Steuerung und Optimierung von Fertigungsprozessen

Hat man komplizierte Fertigungsprozesse modelliert, analysiert und schließlich optimiert, liegt es nahe, die dazu entwickelten Modelle auch im Tagesbetrieb zu nutzen.

Optimierung von Fertigungsprozessen heißt zunächst, "optimale Reihenfolgen" für die Fertigungsaufträge zu ermitteln. In der Praxis werden diese optimalen Reihenfolgen aber regelmäßig von einer Vielzahl von Störungen überlagert. Die wichtigere Komponente der Optimierung liegt daher in der effizienten Behandlung dieser Störungen. Diese Aufgabe wiederum ist nur schwer zu lösen, weil einerseits die Optimierungskriterien konkurrieren (z.B. Termintreue versus Kapazitätsnutzung), andererseits die einzelnen von den Störungen betroffenen Prozesse und deren Folgewirkungen nur schwer zu überschauen sind. Hierbei schnell "optimale Entscheidungen" zu treffen, ist deshalb schwer.

Die Abbildung des Fertigungsprozesses in einem Prozeßmodell und dessen Kopplung mit dem übergeordneten ERP-System und geeigneten BDE- und PZE-Systemen ermöglicht die kurzfristige Feinplanung eines begrenzten Auftragsvorrates (Schicht, Tag), aber auch die laufende Beobachtung der Aufträge in den verschiedenen Arbeitsschritten (Monitoring). Treten dabei Störungen auf, generiert das Modell nach vorgegebenen Kriterien "suboptimale" Vorschläge für die Kompensation der Auswirkungen der Störungen unter unterschiedlichen Optimierungskriterien.